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Im Interview: Florian Rexer, Gruseldinner
Am 31. Oktober 2026 lädt Regisseur und Schauspieler Florian Rexer zum Gruseldinner auf dem Zugersee ein. Ein Theaterabend mit Genuss und Humor, fern von Halloween-Vibes.
Florian Rexer, was erwartet die Gäste, wenn das Schiff an Halloween auf dem Zugersee ablegt?
Das Gruseldinner gibt es in der Schweiz schon seit vielen Jahren – wir haben als Erste damit angefangen. Bei uns gibt es keine Kürbisse, keine Geisterbahn und kein «Süsses oder Saures», sondern einen poetischen Abend mit einer Prise Gänsehaut. Und natürlich darf gelacht werden.
Werden die Gäste ins Geschehen einbezogen?
Die Gäste essen und geniessen, während um sie herum die Geschichte spielt. Das Gruseldinner ist kein Mitmachtheater. Wer einfach geniessen und zuschauen möchte, wird in Ruhe gelassen. Niemand muss mitspielen.
Was kannst du über das Stück «Der scheintote Graf» verraten, ohne zu viel zu spoilern?
Es geht um eine alte Geschichte und das Thema Scheintod. Der Tod gehört bei unseren Gruseldinnern immer dazu. Aber wir nähern uns diesem mit einem Augenzwinkern.
Ich bin der Sohn eines Friedhofgärtners. Der Tod war also schon in meiner Kindheit ein Thema. Vielleicht erklärt das meinen etwas speziellen Zugang dazu. Wir verbinden solche Geschichten mit viel Humor und Lokalkolorit und greifen dabei auch regionale Sagen auf.
Wird auch das Schiff selbst Teil der Inszenierung?
Natürlich, der Spielort wird immer in die Geschichte einbezogen. Und dieses Mal sind wir auf dem Wasser, auf einem sehr tiefen See …
Für wen ist der Abend geeignet?
Für Menschen, die Theater mögen. Wir empfehlen den Abend ab etwa zwölf Jahren. Man sitzt, geniesst und schaut zu. Es gibt allerdings auch Todes-Requisiten, das sollte man wissen. Wer anstatt Halloween-Partys Geist und Genuss sucht, ist bei uns richtig. Wir erzählen ein poetisches Theaterstück über Grusel, Tod und Ängste – mit Humor, gutem Essen und den wahren Geistern der Untiefe. Und das mitten auf dem Zugersee.
Was macht die Kombination aus Viergangmenü, Schifffahrt und Theater so besonders?
Mich interessieren mehr die Themen hinter Halloween: Tod, Rituale und Ängste beschäftigen die Menschen seit jeher. Wir verbinden diese mit Poesie und Humor. Und dann treffen zwei Welten aufeinander: Essen, Trinken und Genuss – also das pralle Leben – und Schicksal, Melancholie und Tod. Diese Gegensätze machen den Abend aus. Und manchmal gilt: Je mehr Angst die Menschen haben, desto mehr lachen sie.
Erinnerst du dich an einen lustigen oder überraschenden Moment bei einem Gruseldinner?
Ja, das war am Thunersee. Sehr spät kam noch ein Paar. Ich schaute die beiden an und sagte: «Oh, Sie haben sich ja sogar kostümiert. Danke!» Er trug eine bordeauxrote Hose, sie ein schwarzes Kleid. Beide waren ziemlich bleich. Am Ende des Abends sagte er: «Toll, aber was meinten Sie eigentlich mit kostümiert?» – Später erfuhr ich: Der Mann ist Pathologe.
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