Geschäftsbericht

Sehr geehrte Aktionärin
Sehr geehrter Aktionär 

2016 war für die Schifffahrtsgesellschaft für den Zugersee AG (SGZ) ein anspruchsvolles Jahr mit neuen Herausforderungen. Nach einem verhaltenen Saisonauftakt verwöhnte uns vor allem der Spätsommer mit milden, sonnigen Tagen, die wie gemacht schienen für eine erholsame Schifffahrt auf dem See. Entsprechend fielen denn auch die Zahlen aus: Besucherhöchstwerte im August und September und ein Frequenzanstieg um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 

Schwierig war der Entscheid des Kantons im Rahmen des kantonalen Entlastungsprogramms, den Kostendeckungsgrad der Schifffahrt von 60 auf neu 70 Prozent anzuheben. Wie sollte es der Schifffahrt gelingen, diese fehlenden Einnahmen wettzumachen, wenn aufgrund der Erhöhung des Kostendeckungsgrades die kantonalen Beiträge reduziert werden. Zwar lehnte das Stimmvolk im November des vergangenen Jahres diese Sparmassnahme als Teil des gesamten Sparpakets ab, trotzdem bleibt ein schaler Nachgeschmack und die Erkenntnis, dass die Schifffahrt auf den beiden Zuger Seen ihre Sparbemühungen noch mehr forcieren muss, will sie auch in Zukunft bestehen. Die Gründung einer Task Force war darum eine der Massnahmen, welche als Folge der Diskussion rund um das Entlastungsprogramm von der SGZ umgesetzt wurde. Die auf Sommer 2017 erwarteten Ergebnisse aus dieser Projektgruppe werden der SGZ als Basis für die Definition einer neuen Unternehmensstrategie dienen. 

Nach 12 Jahren im Verwaltungsrat, 11 davon als deren Präsident, hat Christoph Straub beschlossen, zurückzutreten und die Geschicke der SGZ in meine Hände zu legen. Nun obliegt es mir, seine hervorragende Arbeit weiterzuführen und die Gesellschaft in die Zukunft zu navigieren. An dieser Stelle danke ich Christoph Straub ganz herzlich für sein unermüdliches Engagement und die konstruktive Zusammenarbeit. Ebenfalls bedanke ich mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen im Verwaltungsrat für das in mich gesetzte Vertrauen. Ich werde alles dafür tun, diesem gerecht zu werden. 

Mir ist bewusst, dass die SGZ ohne ein engagiertes Umfeld keinen solchen Erfolg haben könnte. Und darum möchte ich es an dieser Stelle nicht unterlassen, allen zu danken: dem SGZ-Team und der Zürcher Kulinaria AG für ihren Einsatz und ihre Professionalität; den Gemeinden und dem Bezirk Küssnacht für ihre Unterstützung sowie den Aktionärinnen und Aktionären für ihre Treue. Ein ganz besonderer Dank aber gebührt unseren Fahrgästen: Sie machen unsere Arbeit zu einer der schönsten überhaupt.

Peter Hodel
Verwaltungsratspräsident

Geschäftsbericht 2016 


1: Bericht | Geschäftsjahr

Generalversammlung
Am 14. Juni 2016 empfingen der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der SGZ die Aktionäre, Behördenvertreter und Gäste im Theater Arth in Arth zur 119. ordentlichen Generalversammlung. 207 Aktionäre mit insgesamt 5231 Stimmen waren der Einladung gefolgt, genehmigten die Jahresrechnung und Bilanz 2015 und nahmen vom Beschluss des Verwaltungsrats, für das Jahr 2015 eine Aktionärsvergünstigung auszurichten, Kenntnis. Daneben erteilten sie dem Verwaltungsrat und den Mitgliedern der Geschäftsleitung Décharge. 

Zur Wiederwahl für eine weitere Amtsdauer bis 2020 stellten sich der Präsident Christoph Straub und das Vorstandsmitglied Ursula Luginbühl nicht mehr zur Verfügung. Anstelle von Ursula Luginbühl wurde Beat Schilter, Gemeinderat von Cham, in den Verwaltungsrat gewählt. Das Amt des Präsidenten übernahm der Zuger Jurist Peter Hodel. In einer Laudatio würdigte das Verwaltungsratsmitglied Andreas Landtwing die Verdienste des abtretenden Präsidenten Christoph Straub und dankte ihm für sein engagiertes Schaffen und die konstruktive und loyale Zusammenarbeit.

Der Verwaltungsrat

 

Geschäftsjahr

Frequenzen | Nach einem verhaltenen Saisonstart im April, verzeichnete die SGZ ab Juli einen kontinuierlichen Besucheranstieg, der im August mit einem Höchstwert von 25'761 Personen seinen Höhepunkt fand. Der Spätsommer und der Herbst 2016 zeigten sich von ihrer besten Seite und sorgten dafür, dass die Frequenzzahlen der Kursschifffahrt mit insgesamt 104'578 Gästen um 3,7 Prozent höher lagen als noch im Jahr zuvor. Ebenfalls übertroffen werden konnte das Vorjahresergebnis bei den Extrafahrten. Obwohl vor allem in diesem Bereich die aktuelle Wirtschaftslage noch immer Auswirkungen zeigt, gelang es dank gezielter Massnahmen im Verkauf und Marketing, das Angebot gut zu platzieren. Bei den kulturellen Sonder- und Musikfahrten indes war die grosse Konkurrenz an Land zu spüren. Insgesamt lagen hier die Frequenzen hinter dem Vorjahr zurück.

Betriebliche Massnahmen | Die auf die Saison 2015 hin vorgenommenen Fahrplanänderungen hatten sich bewährt und mussten nur minim angepasst werden. So verkehrte 2016 der morgendliche Rundkurs wieder über Cham, und am Samstagnachmittag wurde zusätzlich eine Rundfahrt nach Walchwil und zurück auf der MS Schwyz angeboten. Diese Änderungen führten zu Mehrfahrten und damit zu einem grösseren betrieblichen Aufwand, aber auch zu Mehreinnahmen. Mit 33'255 Schiffskilometern wurden 2'332 km mehr zurückgelegt als noch im Vorjahr.

Die SGZ auf einen Blick
Schiffe
3 (MS Zug, MS Rigi, MS Schwyz)
Schiffskilometer
33'255 km
Anzahl Fahrgäste
104'578
Höchste Monatsfrequenz
August mit 25'761 Fahrgästen
Anzahl Betriebsstunden
3083

Jahresergebnis | Die gesteigerten Betriebserträge vermochten die Mehraufwände für den Schiffsbetrieb und den Unterhalt der Schiffsflotte nicht vollumfänglich zu decken. Die Jahresrechnung 2016 schliesst mit einem Verlust von CHF 53'756 ab. Es zeigt sich erneut, dass die finanziellen Mittel trotz eines guten Sommergeschäftes sehr knapp bemessen sind, für unvorhergesehene Ereignisse keine finanziellen Reserven vorhanden sind und sich dies unverzüglich auf das Jahresergebnis negativ auswirkt.

Eigenkapital | Das Eigenkapital nahm im Verhältnis zum Gesamtkapital um 4% ab und beträgt noch CHF 1'385'276. 

Erfolgsrechnung | Der erzielte Betriebsertrag inklusive Abgeltungen vom Kanton Zug verbesserte sich um CHF 35'888. Aufgrund der Aufwandsteigerungen für Betrieb und Unterhalt nahm der EBITDA um CHF 94'667 ab und beträgt noch CHF 112'612. 

Erneuerungsfonds | Für das Jahr 2016 zahlte der Kanton Zug einen Beitrag von CHF 375'000 zugunsten des Erneuerungsfonds der SGZ ein. Das Fondsvermögen inklusive Verzinsung beträgt per 31.12.2016 CHF 1'875'172.16. Während der Winterpause mussten an der MS Zug unter anderem der Schottelantrieb repariert werden. Dazu wurde das Schiff ausgewassert. Da es sich um einen Grossunterhalt an der MS Zug handelte, fallen diese Kosten zulasten des Schifffahrtsfonds an. Die Abschlussrechnungen konnten jedoch erst nach dem Bilanzstichtag per 31.12.2016 erstellt werden. Das noch nicht verrechnete Guthaben der SGZ aus dem Schiffsfonds beträgt CHF 115'113.37. 

Weitere Ausführungen und Details zur Bilanz und Erfolgsrechnung finden Sie hier.

2: Spezielles

Stürmische Zeiten auf dem See: Kantonales Entlastungsprogramm
Im Rahmen des kantonalen Entlastungsprogramms beschloss der Kantonsrat Zug 2016 den Kostendeckungsgrad für die SGZ von bisher 60 auf neu 70 Prozent zu erhöhen. Das entspricht einer Reduktion der kantonalen Beiträge um rund CHF 240'000.–.

Im Mai 2016 äusserten sich die beiden Verwaltungsratspräsidenten, Christoph Straub und Gerhard Pfister (AeS), zu den Auswirkungen dieser Sparmassnahmen in der Kundenzeitung durchZUG.

Bericht in der Kundenzeitung durchZUG Mai 2016 

Zwar lehnte in der Folge das Stimmvolk das von der Regierung vorgeschlagene Sparpaket und damit auch die Erhöhung des Kostendeckungsgrades bei der Schifffahrt ab, dennoch war klar, dass, will die SGZ auch weiterhin bestehen, die Sparbemühungen forciert werden müssen. Als Reaktion wurde deshalb zusammen mit der Ägerisee Schifffahrt AG (AeS) die Projektgruppe «Schifffahrt 2018» ins Leben gerufen, welche Marktchancen und Sparpotenziale der Schifffahrt auf den beiden Zuger Seen eruiert. Die auf Sommer 2017 erwarteten Ergebnisse aus dieser Projektgruppe werden als Basis für eine neue Unternehmensstrategie dienen.

 

Christoph Straub
Die Schifffahrt ist nicht ein rein touristisches Angebot, sondern auch ein wichtiges Freizeitangebot für die im Raum Zug lebende Bevölkerung.

Aus dem Wasser gehoben: Auswasserung MS ZUG | Im Sommer 2015 zeigten Ölverfärbungen, dass der Abrieb innerhalb des Getriebes der MS Zug bedenkliche Ausmasse angenommen hatte. Deshalb beschloss die SGZ ihr Flaggschiff bereits ein Jahr früher als geplant auszuwassern. Der erste Versuch einer Auswasserung im Januar 2016 schlug jedoch fehl: Ein Radbruch am Wagen der Slipanlage, auf den die Schiffe beim Auswassern zu liegen kommen, machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Eine Woche später dann gelang das Vorhaben und die beiden Schottelantriebe des 230 Tonnen schweren Motorschiffs konnten ausgebaut und gereinigt werden. Das Ereignis stiess sowohl bei den Medien als auch bei der Zuger Bevölkerung auf reges Interesse.

 

 

Kapitän für einen Tag: Die SGZ neu auf Facebook | Eine Fotoaktion an der Zuger Messe im Oktober bildete den Auftakt zur Lancierung der Facebookseite www.facebook.com/zvb.ch, welche auch Inhalte der Schifffahrtsgesellschaft SGZ auf Social Media verbreitet. Eine 1:1 Aufnahme des Schiffsdecks der MS Zug diente als Kulisse, vor der sich die Messebesucherinnen und Besucher in Kapitänstracht ablichten lassen konnten, um das Bild anschliessend auf Facebook zu posten. Die Aktion stellte sich als Publikumsmagnet heraus, und es konnten insgesamt 1165 Bilder auf Facebook hochgeladen werden. 

Angebot | Das musikalische Angebot war auch 2016 wieder sehr vielseitig und wurde rege genutzt. An den Salsa-Abenden auf dem Schiff vergnügten sich durchschnittlich über 300 tanzfreudige Gäste, die sich von Wasser und Musik verzaubern liessen. Bei den «VoiceSteps» und dem «chor zug» war die Auslastung jedoch sehr gering, obwohl es sich um einheimische Formationen handelt. Mit Comedy und Zauberei begeisterte Michel Gammenthaler die staunenden und lachenden Gäste. Altbewährte Bands wie «The Hobos» und die «Pissnelken» waren wieder Garanten für einen stimmungsvollen Abend. Das zum ersten Mal ins Angebot aufgenommene Zumba-Schiff lockte neue Besucherinnen und Besucher auf den See, machte aber klar, dass es zunehmend schwieriger sein wird, die Events dem vielschichtigen Publikum anzupassen. 

Erreichung Qualitäts-Gütesiegel Stufe III des Schweizer Tourismus | Die SGZ hat die Vorgaben des Qualitätsprogramms erfüllt und hat das Qualitäts-Gütesiegel Stufe III für den Schweizer Tourismus erhalten.

 

Dank und Anerkennung

Wir danken,

- allen Fahrgästen für ihren Besuch auf unseren Schiffen;
- den Aktionärinnen und Aktionären für ihr Vertrauen und ihre Treue;
- den Behörden für die loyale Unterstützung und nachhaltige Zusammenarbeit;
- der Zuger Kantonalbank für ihr grosses Engagement;
- allen Subvenienten für ihre Unterstützung: dem Kanton Zug, der Stadt Zug, den Gemeinden Baar, Cham, Hünenberg, Menzingen, Neuheim, Steinhausen, Risch, Walchwil, Oberägeri, Unterägeri, Arth sowie dem Bezirk Küssnacht;
- der Freiwilligen Feuerwehr Zug für die gute Kooperation;
- der Schiffs-Agentur Schweiz und dem Verein MS Schwan für die angenehme Zusammenarbeit;
- den Mitarbeitenden der Zürcher Kulinaria AG für ihren erstklassigen Einsatz und ihre freundliche und aufmerksame Gastgeberrolle.

Schifffahrtsgesellschaft für den Zugersee AG

Peter Hodel, Verwaltungsratspräsident
Cyrill Weber, Unternehmensleiter

3: Finanzen

Geschäftsjahr 2016 | Finanzen (Auszug aus dem Geschäftsbericht 2016)

4: Archiv Geschäftsberichte

Geschäftsberichte als Download

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Dienstag, 19. Juni 2018, 18.00 Uhr, Casino Zug, Zug